Riyad us-Salihin

Riyad us Salihin "Gärten der Tugendhaften" (Band I)
Dieses Werk umfasst thematisch geordnet, einschlägige Berichte aus dem Leben des Propheten Muhammad (Allah Segen und Frieden auf ihm) und wurde im 13. Jahrhundert durch den großen islamischen Gelehrten Imam Abi Zakariya Yahya Bin Sharaf An-Nawawi zusammengestellt.

Buchbestellung und Preisliste: www.Muslim-Buch.de
ISBN: 3-926575-44-1
Verlag: SKD Bavaria, 664 Seiten, B/H 17,5 x 24,5 cm   Autor: Imam An-Nawawi

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Kapitel: Hoffnung (auf Allah)

Hadithe Gesamtanzahl 28     Angezeigt: 1-10 


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Kapitel 51

Hoffnung (auf Allah)

Qur’an: Allah, der Erhabene, spricht:
"Sprich: 'Oh Meine Diener, die ihr euch gegen eure eigenen Seelen maßlos verhalten habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit. Allah vergibt fürwahr alle Schuld. Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige." (39:53)

"Und lohnen Wir solchermaßen nicht nur denen, die undankbar (sind und) den Glauben verleugnen." (34:17)

"Uns ist fürwahr offenbart worden, dass die Strafe jenen treffen wird, der (die Wahrheit) als Lüge verwirft und sich abwendet." (20:48)

"... doch Meine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge..." (7:156)

Es überliefert Ubada ibn as-Samit (r), dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Wer bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Allah, dem Einen, der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad (s) sein Diener und Gesandter ist, und dass Jesus Allahs Diener und Gesandter ist und sein Wort, das Er Maria übermittelte und ihm von Seinem Geist gab, dass das Paradies wahr ist, und dass das Höllenfeuer wahr ist, den wird Allah ins Paradies eintreten lassen, seinen Taten gemäß." (Al-Bukhari und Muslim)

Eine andere Version Muslims besagt: "Demjenigen, der bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad (s) der Gesandte Allahs ist, hat Allah Höllenfeuer verwehrt."

[Riyad us-Salihin Nr. 412]


Abu Dharr (r) überliefert, dass der Prophet (s) sagte: "Allah, der Allmächtige und Erhabene, sagt: "Wer eine gute Tat vollbringt, wird zehnfach oder noch mehr belohnt, und wer eine böse Tat begeht, wird nur für eine Sünde bestraft, oder es wird ihm vergeben. Und wer Mir um eine Armeslänge entgegenkommt, dem komme Ich um zwei Armeslängen entgegen; und wenn jemand zu Mir geht, dem werde Ich entgegenlaufen; und wer Mich trifft mit der ganzen Welt voller Sünden, dem werde Ich, vorausgesetzt, dass er Mir niemanden beigesellt hat, mit einer gleichen Menge an Vergebung begegnen." (Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 413]


Es erzählte Dschabir (r) dass ein Araber vom Lande zum Propheten (s) kam und sagte: "Oh Gesandter Allahs, welche zwei Dinge machen Himmel und Hölle notwendig?" Er antwortete: "Wer stirbt und nichts Allah beigesellt, der wird ins Paradies eintreten, und wer stirbt und Allah etwas beigesellt, der wird ins Höllenfeuer kommen." (Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 414]


Anas (r) erzählte, dass der Gesandte Allahs (s) eines Tages den Gefährten Mu’adh (r) hinter sich auf sein Reittier sitzen ließ.*** Der Prophet (s) rief ihn: "Oh Mu’adh!" Er antwortete: "Zu deinen Diensten, oh Gesandter Allahs! Mögest du glücklich sein!" Er sagte: "Oh Mu’adh!" Er antwortete: "Zu deinen Diensten, oh Gesandter Allahs! Mögest du glücklich sein!" Er rief (ein drittes Mal): "Oh Mu’adh!" Er antwortete: "Zu deinen Diensten, oh Gesandter Allahs! Mögest du glücklich sein!" Da sagte der Prophet (s): "Jedem der Diener Allahs, der aufrichtig bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad (s) Sein Diener und Gesandter ist, hat Allah das Höllenfeuer verwehrt." Mu'adh (r) sagte: "Oh Gesandter Allahs, soll ich das unter den Leuten verkünden, auf dass sie glücklich sein können?" Er sagte: "Nein, dann würden sie sich darauf verlassen (und nicht mehr beten)." Mu’adh (r) verriet das erst, als er seinen Tod nahen fühlte, weil er fürchtete, dass er daran schuld sei, etwas, das er wusste, für sich behalten zu haben. (Al-Bukhari und Muslim)

*** Vergl. Hadith Nr. 0426

[Riyad us-Salihin Nr. 415]


Es erzählte entweder Abu Huraira (r) oder Abu Said al- Khudri (r) ***, dass unter den Muslimen in der Schlacht von Tabuk eine Hungersnot ausbrach, und sie fragten den Propheten (s): "Oh Gesandter Allahs (s), wenn du es uns gestattest, schlachten wir unsere Kamele, essen ihr Fleisch und verwenden ihr Fett." Der Prophet (s) erlaubte es ihnen. Darauftrat Umar (r) hervor und warf ein: "Oh Gesandter Allahs (s), wenn das getan wird, werden wir unter Mangel an Lasttieren leiden. Bitte sie statt dessen, den Rest ihrer Vorräte zu bringen, und bete und rufe die Segnungen Allahs herbei, auf dass Er diesem Seinen Segen erteilen möge." Der Prophet (s) stimmte zu und rief, eine lederne Unterlage zu bringen. Diese ließ er ausbreiten und bat die Leute, ihre übriggebliebenen Vorräte zu holen. Sie begannen, ihren Vorrat zu bringen. Einer brachte eine Handvoll Bohnen, ein anderer brachte eine Handvoll Datteln, ein dritter brachte ein Stück Brot, und so wurden auf der Unterlage einige Esswaren gesammelt. Der Prophet (s) betete und erbat Segnungen und sagte dann: "Jetzt nehmt es in eure Behälter!" Jeder füllte seinen Behälter mit Nahrung, bis im ganzen Lager kein einziger leerer Behälter mehr blieb. Alle aßen, bis sie satt waren, und dennoch war etwas übriggeblieben. Der Prophet (s) sagte: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass ich Allahs Gesandter bin. Keinem Diener Allahs, der Ihm mit diesen beiden Versicherungen gegenübersteht und aufrichtig daran glaubt, wird das Paradies verweigert." (Muslim)

*** Der Erzähler ist nicht ganz sicher, welchem der beiden diese Überlieferung zugeschrieben werden kann. Imam An-Nawawi hält diese Tatsache nicht für entscheidend für den Wahrheitsgehalt dieser Überlieferung, da beide vertrauenswürdige Personen waren.

[Riyad us-Salihin Nr. 416]


Itban ibn Malik (r), der an der Schlacht von Badr teilgenommen hat, berichtet: Ich pflegte immer zusammen mit meinem Stamm, den Salim, zu beten, doch zwischen meinem Haus und der Moschee war ein Tal, und bei Regen konnte ich es nicht mehr überschreiten um in die Moschee zu kommen. So ging ich also zum Propheten (s) und sagte zu ihm: "Meine Sehkraft ist schwach, und wenn es regnet füllt sich dieses Tal zwischen mir und meinem Volk mit Wasser, und ich kann es nicht mehr durchqueren. Ich wünsche sehr, dass du zu meinem Haus kommst und ein Gebet dort sprichst, so dass ich diesen Platz zu meinem Gebetsplatz machen kann." Er sagte: "Ich werde es tun." Am nächsten Tag, als die Sonne hoch stand, kam der Prophet (s) mit Abu Bakr (r) zu meinem Haus und bat um Erlaubnis, eintreten zu dürfen, was ich gewährte. Sodann fragte er ohne sich zu setzen: "Wo wünschst du, dass ich bete?" Ich zeigte auf die Stelle, an der ich beten wollte. Er stellte sich zum Gebet auf und rief den Takbir **, und wir stellten uns hinter ihm auf. Er betete zwei Rak'a, und wir beteten mit ihm. Als er endete, schlössen wir auch mit ihm, und dann bot ich ihm eine Mahlzeit mit Khazira ****, die für ihn vorbereitet worden war, an. Als die Nachbarn hörten, dass der Prophet (s) bei mir war, kamen sie und versammelten sich in großer Zahl in meinem Haus. Einer sagte: "Was ist mit Malik los? Ist er nicht da?" Ein anderer sagte: "Er ist ein Heuchler und liebt weder Allah noch Seinen Gesandten (s)." Hierauf sagte der Prophet (s): "Sag so etwas nicht. Hast du nicht gesehen, dass er bezeugte, dass es keinen Gott außer Allah gibt, nur um das Wohlgefallen Allahs zu suchen?" Der Mann sagte: "Allah und Sein Gesandter (s) wissen es besser, doch wir sehen, dass seine Rede und Freundschaft sich auf die Heuchler beschränken." Der Prophet (s) sagte: "Allah wird demjenigen das Höllenfeuer verwehren, der aufrichtig bezeugt, dass es gibt keinen Gott außer Allah gibt, und der damit allein das Wohlgefallen Allahs sucht." (Al-Bukhari und Muslim)

** Takbir nennt man das Aussprechen der Worte Allahu akbar. Mit diesen Worten beginnt das Gebet.
**** Khazlra ist eine aus Mehl und Fett gekochte Speise.

[Riyad us-Salihin Nr. 417]


Es berichtet Umar ibn al-Khattab (r), dass der Gesandte Allahs (s) mit einigen Kriegsgefangenen kam. Unter diesen war eine Frau, die unruhig hin- und herlief. Dann fand sie ein Kind, zog es dicht an sich und säugte es. Der Prophet (s) sagte zu seinen Gefährten: "Könnt ihr euch vorstellen, dass diese Frau jemals ihr Kind ins Feuer werfen würde?" Wir sagten: "Bei Allah, nein." Daraufhin sagte der Prophet (s): "Allah ist zu Seinen Dienern noch barmherziger als diese Frau zu ihrem Kind." (Al- Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 418]


Abu Huraira (r) berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: "Als Allah die Geschöpfe schuf, schrieb Er in ein Buch, das sich über Seinem Thron befindet: 'Meine Barmherzigkeit überwältigt Meinen Zorn.'"

Eine andere Version lautet: "Meine Barmherzigkeit hat Meinen Zorn überwältigt."

Und noch eine andere Version lautet: "Mein Barmherzigkeit übertrifft Meinen Zorn." (Al-Bukhari und Muslim)

[Riyad us-Salihin Nr. 419]


Abu Huraira (r) überliefert auch, dass er den Gesandten Allahs (s) sagen hörte: "Allah teilte Barmherzigkeit in hundert Teile, von denen Er neunundneunzig bei Sich behielt und einen einzigen zur Erde hinabschickte. Allein von diesem einen Teil kommt die gesamte in der Schöpfung vorhandene Barmherzigkeit, bis hin zu einem Tier, das seinen Huf über sein Junges hält, aus Angst davor, es zu verletzen."

Eine andere Version lautet: "Allah hat einhundert Barmherzigkeiten, von denen Er nur eine für Menschen, Dschinn, Tiere und Ungeziefer hinabgesandt hat, und bei deren Anwendung sie einander lieben und einander Barmherzig sind, und sogar die wilde Tiere neigen sich damit ihren Kindern zu. Allah hat die verbleibenden neunundneunzig Barmherzigkeiten zurückgehalten, um damit Seine Diener am Tag des Gerichts barmherzig zu behandeln." (Al-Bukhari und Muslim)

Eine andere Version, die Imam Muslim auf Salman al-Farisi (r) zurückführt, lautet: "Allah hat hundert Barmherzigkeiten. Von diesen wird eine von allen Geschöpfen zum freundlichen Umgang untereinander benutzt, und neunundneunzig sind für den Gebrauch am Tage des Gerichts."

Noch eine andere Version lautet: "Allah hat an dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde schuf, einhundert Arten von Barmherzigkeit geschaffen, von denen jede den Raum zwischen Himmel und Erde ausfüllt. Eine davon hat Er zur Erde gesandt, und bei ihrer Anwendung ist eine Mutter mit ihren Kindern barmherzig, und Tiere und Vögel mit ihren Jungen. Am Tage des Gerichts wird Er Seine Barmherzigkeit vollenden."

[Riyad us-Salihin Nr. 420]


Abu Huraira (r) überliefert auch, dass der Prophet (s) unter dem, was er von Seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen, erzählte, sagte: Ein Diener Allahs beging eine Sünde und betete dann: "Oh Allah, vergib mir meine Sünde." Darauf sagt Allah, der Gesegnete und Erhabene: "Mein Diener hat gesündigt, und erkannte darauf, dass er einen Erhalter hat, Der Sünde vergibt und der auch ruft, dafür zu büßen." Der Diener sündigte erneut und bat: "Oh mein Erhalter, vergib mir meine Sünde." Der Gesegnete und Erhabene sagt: "Mein Diener hat gesündigt, und darauf erkannte er, dass er einen Erhalter hat, Der Sünde vergibt und der auch ruft, dafür zu büßen." Der Diener beging nochmals eine Sünde und bat dann: "Oh Allah, vergib mir meine Sünde." Der Gesegnete und Erhabene sagte: "Mein Diener hat gesündigt und erkannte dann, dass er einen Erhalter hat, Der Sünde vergibt und der auch ruft, dafür zu büßen. Ich habe Meinem Diener vergeben, so lasst ihn tun, was er mag." (Al-Bukhari und Muslim)

Das bedeutet, dass ihm vergeben wird, solange er sündigt und bereut, denn die Reue löscht alle früheren Sünden aus.

[Riyad us-Salihin Nr. 421]



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Riyad us-Salihin Component v. 1.0.2  © 2005 by Idris Ibn Muhammad

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